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Harvard über Männer: So geht Glück. Und Gesundheit.

Diese Studie ist einzigartig. Ihre Erkenntnisse so simpel wie bahnbrechend. Seit 1931 wurden 724 amerikanische Männer alle zwei Jahre eingehend über ihr Leben befragt. Die auf der Sonnenseite des Lebens. Und die, bei denen es echt finster ist. Was sie glücklich und gesund bis ins hohe Alter macht, das unterscheidet sich in - keinster Weise!

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Verlässliche Beziehungen zu Partnern, Familie und Kollegen von hoher Qualität - Schlüssel zu Lebensglück und Gesundheit.

Robert Waldinger ist der vierte Studienleiter und sagt, dass es wohl 1931 kaum jemand gewagt hätte zu hoffen, dass die Studie von so langer Dauer sein wird. 2016 lebten noch 60 der 724 Teilnehmer. Sie werden weiterhin regelmässig befragt; alle über 90 Jahre alt. Und die gut 2.000 Kinder aller Studienteilnehmer mittlerweile auch.

 

Es gibt zwei Teilnehmergruppen: 1. Die (ehemaligen) Harvard-Studenten und 2. Männer aus Bostons ärmster Gegend. Sie alle waren 1931 19 Jahre jung und hatten die wohl unterschiedlichsten Voraussetzungen für den Fortgang ihres Lebens. Im Rahmen der Studie wurden sie gleichermaßen in ihren Wohnzimmern und im Beisein ihrer Gattinnen befragt. Man untersuchte ihre Gehirne und ihr Blut. Und wertete zehntausende Seiten Papier aus um herauszufinden: Was macht am Ende eines Lebens "Reichtum", Ruhm und gelingende Arbeit sowie Gesundheit aus? Dies kam dabei heraus:

  1. Einsamkeit ist nachweislich ein 'killing factor' - Menschen, die sich einsam fühlen, leben kürzer, sind ungesünder und unglücklicher.
  2. Männer, die mit 50+ gute, enge Beziehungen haben und pflegen, sind mit 80 die gesündesten.
  3. Gute Beziehungen sorgen dafür, dass nicht nur die körperliche Gesundheit länger anhält, sondern auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns bis ins hohe Alter bestehen bleibt.

Es ist nicht entscheidend, dass es möglichst wenige Konflikte mit Anderen gibt, sondern dass die Beziehungen zu ihnen verlässlich sind. Und wie der Umgang in schwierigen Situtationen miteinander geschieht.

 

Die Familie steht neben Partnern, Freunden und Arbeitskollegen dabei ganz hoch im Kurs.

 

Robert Waldinger plaudert im Rahmen eines Ted-Talks sehr kurzweilig und charmant über die Idee, den Verlauf und die Erkenntnisse der Studie. Sein kurzer Hinweis zur Haltung junger Menschen heutzutage könnte bedeuten: Sie wissen es noch nicht besser.

 

Haben die Verhältnisse sich tatsächlich so drastisch verändert? Oder werden sich auch die heute Zwanzigjährigen irgendwann auf das Wesentliche besinnen, nämlich:

 

Ein gutes Leben

besteht aus guten Beziehungen.

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