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Wie gut führst du dich eigentlich selbst??

Sie alle (m/w/d) sollten richtig gut darin sein, sich selbst zu führen: CXOs, Mediziner mit Praxis, Freiberufler, Unternehmer usf. Denn sie erfahren keine hierarchische Führung – also „Bestimmung der Richtung von Bewegung“. Dabei geht es um weit mehr als Selbstmanagement, das auf Effizienz, Timing usw. ausgerichtet ist. Selbstführung ist eine soziale Kompetenz, die im Führungskontext, im privaten Leben (und im Hochleistungs-sport) als Topskill gilt.

 

Wer sich selbst führen kann, dem folgen Andere

 

Oder anders gesagt: Selbstführung ist a) die Voraussetzung für wirkungsvolles Leadership und b) gelingende Zusammenarbeit in agilen Kontexten und führt c) dazu, dass man (intrinsisch motiviert) sich selbst positiv beeinflusst, Leistung zu erbringen. Dabei geht es auch um das WIE.

 

Die Fähigkeit zur Selbstführung setzt m. E. eine reife, reflektierte Persönlichkeit voraus. Dann erkennt jemand Zielkonflikte und gfls. den eigenen Anteil daran. Oder sieht Chancen und die Zusammensetzung des Treibstoffs: geht es um Opportunität oder Nachhaltigkeit, Eitelkeit oder Gemeinwohl?

 

Haltung, Charisma, Berechenbarkeit und Herzenswärme (ja, genau) sind nur einige Charakteristika einer Persönlichkeit, die – soweit ich es beobachte - aus innerer Größe heraus Verantwortung trägt. Für sich und Andere.

 

So eine Persönlichkeit inspiriert andere sehr.

 

Wer sich selbst führen kann, ist erfolgreich UND zufrieden

 

Selbstführung scheint mir im beruflichen und Führungskontext gerade en vogue. Ich gehe weiter: Es geht insgesamt um die positive Beeinflussung meiner selbst und zwar durch verantwortungsvolles und reflektiertes Handeln, Denken und Fühlen. Ein echter Kunstgriff also für ein erfolgreiches und erfülltes Leben.

 

Denn Erfolg allein – das wissen wir – macht auf Dauer nicht „glücklich“. Es sind am Ende die Beziehungen mit und zu Anderen, die Menschen erfüllen. Wenn man nicht nur für das eigene Heil etwas bewirkt, sondern übergeordnet positiv Einfluss genommen hat. Manche sprechen ja davon, dass sie „etwas hinterlassen möchten“, andere nennen es „ich möchte einen Unterschied machen mit meinem Wirken“.

 

Eine gelingende Selbstführung hilft einem konstruktiven und kooperativen Miteinander. Weil man sich selbst bewusst wahrnimmt, sich gut kennt und einschätzen kann, weil man empathisch ist, integer und authentisch. Weil man situativ zu handeln und zu entscheiden vermag zum eigenen Wohle und dem anderer. Beruflich und privat.

Wer sich selbst führt, pflegt diese vier Aspekte

 

BEWUSSTHEIT_Durch Bewusstsein und Achtsamkeit nehmen wir unsere Bedürfnisse wahr und gewinnen Klarheit darüber, wie wir mit uns selber umgehen. Darin zeigt sich u a. unser Selbstwert. Unsere Ziele sind ein starker Motor, weil sie von klaren Werten getragen werden.

 

WIRKSAMKEIT_Wir zeigen und fühlen uns verantwortlich für unser Handeln, Denken und Fühlen. No Opfer-Rolle what so ever! Wir reflektieren unsere Strategien und stellen uns etwaigen Blockaden oder Ängsten mutig mit dem Ziel der Selbstbefreiung. Veränderung findet immer außerhalb der Komfortzone statt!

 

MOTIVATION_Neugierig und offen identifizieren wir unsere Motivation und Motive. Was treibt uns wirklich? Was bremst uns? Und wen beeinflussen wir (ungewollt) mit unseren Strategien?

 

BELASTBARKEIT_Selbstverantwortung bedeutet auch, dass wir unsere Stressoren kennen und wissen, wie wir Energievampire ausschalten können bzw. welche Energiespender uns gut tun. Wir wenden erprobte Strategien an und entwickeln sie weiter. Nicht zuletzt: Wir trainieren unsere mentale Stärke diszipliniert und wohlwollend.

 

Wie gut führst du dich? Und damit andere?

 

Kommen wir zum Punkt: Wie steht’s um die obigen vier Aspekte der Selbstführung für dich? An welcher Stelle könntest du besser werden, um deinen beruflichen Erfolg auszubauen bzw. zu sichern? Und um zufriedener oder sogar erfüllt dein tägliches Spinning zu meistern?

 

Ich übe mich gerade gut darin, im Alltag bewusster zu sein. Zum Beispiel beim morgendlichen Gang mit unserer Hündin lasse ich seit langem das Handy zu Hause. Beim Lunch esse ich, wenn ich allein bin und lese nicht mehr nebenbei. Und als recht spontaner Mensch übe ich mich in Besonnenheit, wenn mich z. B. etwas aufregt. Ganz einfach: erst bis drei zählen, ausatmen und dann reagieren. Das klappt richtig gut mittlerweile. Außerdem habe ich inzwischen „achtsame“ Rituale, die mir sehr gut tun.

 

Es sind ja meistens die kleinen erfolgreichen Schritte, die zum Dranbleiben motivieren und stückweise zu einer tiefgreifenden Veränderung führen. Also, womit kannst du morgen anfangen? Welche guten Erfahrungen machst du, die auch anderen weiterhelfen?

 

Herzlich grüßt dich, Cornelia

 

P.S.: Dazu fällt mir noch dieses Zitat von Oscar Wilde ein:

 

„Das Ziel des Lebens ist Selbstentfaltung.

Seine eigene Natur vollkommen zu entfalten – dafür ist jeder von uns da.“

 

 

Fotos: fabrizio-verrecchia-CcqAFQBQV1A-unsplash und wynand-van-poortvliet-KQwl5RnZAqg-unsplash